Guter Bierdurst und ein Blick auf die 22 Männer der ersten Stunde

Hillerse. Wochenlang wälzte Rolf Dürkop, der Vorsitzende des Männergesangvereins und Frauenchores Hillerse, alte Chroniken und Dokumente. Diesen zufolge riefen „22 Männer den Hillerser Chor am 1. Februar 1869 ins Leben.“ Gemeinsam mit Pressewartin Uta Nölke und Chordirektor FDC Wilhelm Maesmanns blickt Dürkop zurück auf die vergangenen 150 Jahre.

In Vorbereitung auf das Jubiläum hat Dürkop eine mehr als 800 Seiten starke Chronik durchforstet und es geschafft, die Materialfülle auf neun Seiten zu kürzen. Beim Stöbern stieß er auch auf die eine oder andere Anekdote. So wurde den Sängern in den alten Schriftstücken unter anderem ein „guter Bierdurst“ attestiert. „Im Kassenbestand wurde ein Fehlbetrag von 28,80 Mark eingetragen“, schmunzelt er, zudem stieß er auf der Ausgabenseite auf „62,50
Mark nur für Bier“.

Im Ersten Weltkrieg ruhten dann die Aktivitäten des Männerchores, „einer der Sänger kehrte nicht mehr aus dem Krieg zurück“. Erst 1919, ein Jahr nach Kriegsende, wurde wieder gesungen und gefeiert. 1933 – mit Beginn des Nationalsozialismus – folgte „die Gleichschaltung aller Vereine“. Es gab keine Vereinsvorsitzenden mehr, sondern nur noch Vereinsführer.

Im Zweiten Weltkrieg fielen ab 1940 die Singabende aus. 1946 folgte der Neustart. Für Furore sorgte das Himmelfahrt-Singen im Warmbütteler Holz. 20 Chöre traten auf, und die Aller-Zeitung titelte damals „über 3000 Gäste im Warmbütteler Holz“. Es folgten nicht nur Chorproben, es wurde auch gefeiert: das 90-jährige und das 100-jährige Jubiläum. 1971 und 1972 folgten bunte Abende mit jeweils 700 Gästen an zwei Tagen. Das war 1972 dann auch Anlass für die Frauen, gemeinsam mit den Männern zu singen. Fazit: 1974 folgte der Zusammenschluss – der Name lautete fortan Männergesangverein und Frauenchor Hillerse. Das passte aber nicht jedem in den Kram, erinnert sich Dürkop – „drei bis vier Männer nahmen den Zusammenschluss zum Anlass, auszutreten. „Sie wollten nicht mit Frauen singen.“

Aller-Zeitung vom 12.03.2019

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